Druckprodukte benötigen Ressourcen. Papier, Karton, Toner, Farben, Veredelungen, Energie, Verpackungen und Transporte gehören zur Herstellung und Auslieferung dazu. Deshalb wäre es zu einfach, Druck pauschal als „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ zu bezeichnen.
Trotzdem gibt es viele konkrete Stellschrauben, mit denen sich Materialeinsatz, Energieverbrauch und vermeidbare Überproduktion beeinflussen lassen. Bei DDH beginnt diese Betrachtung deshalb nicht erst an der Druckmaschine, sondern bereits bei der Konzeption.
Nachhaltigkeit braucht konkrete Entscheidungen
Ein allgemeines Nachhaltigkeitsversprechen sagt wenig darüber aus, wie ein Produkt tatsächlich hergestellt wurde. Aussagekräftiger sind konkrete und überprüfbare Fragen:
* Welche Auflage wird wirklich benötigt?
* Welches Format lässt sich effizient produzieren?
* Wie gut wird der Druckbogen ausgenutzt?
* Muss die gesamte Menge sofort produziert werden?
* Welches Material erfüllt die Anforderungen?
* Welche Veredelungen sind für Wirkung und Haltbarkeit notwendig?
* Wie lange soll das Produkt eingesetzt werden?
* Wie wird es verpackt, transportiert und später entsorgt?
Nicht jede Antwort führt automatisch zur ökologisch besten Lösung. Aber jede fundierte Entscheidung hilft dabei, unnötigen Materialeinsatz und vermeidbare Produktionsschritte zu reduzieren.
Weniger Streuverlust statt möglichst großer Auflage
Eine hohe Auflage ist nicht automatisch wirtschaftlicher, wenn ein großer Teil der Druckprodukte später ungenutzt bleibt.
Im Digitaldruck lassen sich auch kleinere und individualisierte Auflagen produzieren. Dadurch kann die Produktionsmenge näher am tatsächlichen Bedarf ausgerichtet werden. Bei wiederkehrenden Anwendungen kann außerdem geprüft werden, ob eine gestaffelte Produktion oder eine bedarfsgerechte Bestellung über ein Web-to-Print-System sinnvoll ist.
Das kann dazu beitragen,
* unnötige Lagerbestände zu vermeiden,
* veraltete Drucksachen zu reduzieren,
* Inhalte gezielter einzusetzen,
* Streuverluste zu verringern,
* nur die tatsächlich benötigte Menge zu produzieren.
Ob dadurch insgesamt eine geringere Umweltwirkung entsteht, hängt vom konkreten Auftrag ab. Neben der Auflage spielen auch Material, Druckverfahren, Verarbeitung, Transport und Nutzungsdauer eine Rolle.
Gestaltung beeinflusst den Materialeinsatz
Schon kleine Entscheidungen im Design können Auswirkungen auf die spätere Produktion haben.
Ein Format, das gut auf den verfügbaren Druckbogen passt, kann beispielsweise weniger Verschnitt verursachen als ein nur geringfügig abweichendes Sonderformat. Auch Seitenumfang, Falzart, Bindung, Anschnitt, Farbauftrag und Veredelung beeinflussen den Material- und Produktionsaufwand.
Deshalb betrachten wir Gestaltung und Produktion nicht getrennt voneinander. Gemeinsam mit unseren Kunden prüfen wir frühzeitig, wie sich gewünschte Wirkung, Funktion, Budget und Materialeinsatz sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Dabei geht es nicht darum, jedes Produkt möglichst schlicht zu gestalten. Ein Druckprodukt soll schließlich Aufmerksamkeit erzeugen, Informationen vermitteln oder eine konkrete Handlung auslösen. Entscheidend ist, die eingesetzten Mittel bewusst auszuwählen.
Wirkung gehört zur Betrachtung dazu
Ein Druckprodukt, das seinen Zweck nicht erfüllt, kann trotz sparsamer Herstellung vermeidbaren Ressourcenverbrauch verursachen.
Deshalb berücksichtigen wir bei der Konzeption nicht nur die Produktionsmenge, sondern auch Zielgruppe, Botschaft, Gestaltung, Personalisierung und geplanten Einsatz. Je genauer ein Produkt auf seine Empfänger und sein Kommunikationsziel abgestimmt ist, desto besser kann unnötiger Streuverlust vermieden werden.
Eine tatsächliche Umweltentlastung lässt sich daraus jedoch nicht pauschal ableiten. Dafür wäre eine Betrachtung des gesamten Produktlebenswegs notwendig. Wir sprechen deshalb bewusst von möglichen Verbesserungen bei Materialeinsatz und Überproduktion – nicht von einer automatisch „nachhaltigen“ Kampagne.
FSC®-zertifizierte Materialien auftragsbezogen einsetzen
Die DDH GmbH verfügt über eine FSC®-Chain-of-Custody-Zertifizierung. Für geeignete Druckaufträge können wir FSC®-zertifizierte Papiere und Kartonagen anbieten.
Das bedeutet allerdings nicht, dass automatisch jedes bei DDH produzierte Druckprodukt FSC®-zertifiziert ist. Ob ein Auftrag mit einer FSC®-Aussage angeboten, produziert und ausgeliefert werden darf, hängt unter anderem von folgenden Punkten ab:
* dem eingesetzten Material,
* dessen dokumentiertem FSC®-Status,
* der jeweiligen Produktgruppe,
* der korrekten Abwicklung innerhalb unserer FSC®-Chain-of-Custody,
* der zutreffenden FSC®-Aussage auf den Auftrags- und Lieferdokumenten,
* gegebenenfalls der Freigabe des verwendeten FSC®-Logos.
Wir prüfen deshalb für jeden entsprechenden Auftrag, welche FSC®-Materialien zur Verfügung stehen und welche Kennzeichnung verwendet werden darf.
FSC® ermöglicht die nachvollziehbare Zuordnung zertifizierter Materialien innerhalb einer kontrollierten Produktkette. Die Zertifizierung allein erlaubt jedoch keine pauschale Aussage darüber, dass das gesamte Druckprodukt „umweltfreundlich“ sei.
Materialeigenschaften müssen konkret betrachtet werden
Auch Begriffe wie „Recyclingpapier“, „recycelbar“ oder „deinkbar“ benötigen einen eindeutigen Bezug.
Bei Recyclingpapier ist beispielsweise entscheidend, welchen nachgewiesenen Recyclingfaseranteil die konkrete Qualität besitzt. Die Recyclingfähigkeit eines fertigen Druckprodukts kann wiederum durch Beschichtungen, Folien, Klebstoffe, Verbundmaterialien und Veredelungen beeinflusst werden.
Auch die Deinkbarkeit lässt sich nicht pauschal aus einem einzelnen Bestandteil ableiten. Entscheidend ist die konkrete Kombination aus Bedruckstoff, Druckverfahren, Toner beziehungsweise Farbe und Weiterverarbeitung.
Deshalb übernehmen wir Umweltangaben von Materialien nicht ungeprüft auf das vollständige Endprodukt. Produktbezogene Aussagen werden nur verwendet, wenn ihr Geltungsbereich eindeutig ist und geeignete technische Unterlagen vorliegen.
Eigene Stromerzeugung am Standort Hilden
Seit Ende Oktober 2023 betreibt DDH am Standort Hilden eine Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 30 kWp. Der erzeugte Strom wird teilweise unmittelbar im Betrieb genutzt.
Die Anlage ist eine konkrete betriebliche Maßnahme zur eigenen Stromerzeugung. Aussagen über den Anteil der Eigenversorgung, die Autarkie oder vermiedene Treibhausgasemissionen veröffentlichen wir nur, wenn sie sich auf einen klar benannten Zeitraum beziehen und anhand der jeweiligen Erzeugungs- und Verbrauchsdaten nachvollziehbar berechnet wurden.
Pauschale Aussagen wie „nahezu autark“ oder feste Angaben zu CO₂-Einsparungen verwenden wir deshalb nicht ohne eine dokumentierte Berechnungsgrundlage.
Zusätzlich benötigten Strom beziehen wir über einen vertraglich ausgewiesenen Stromtarif. Angaben zu dessen Zusammensetzung und Herkunft prüfen wir anhand der jeweils aktuellen Vertrags- und Tarifunterlagen und achten dabei auf die Herkunft.
Maßnahmen im Rahmen von ÖKOPROFIT
DDH hat am ÖKOPROFIT-Programm des Kreises Mettmann teilgenommen und wurde im Rahmen des Programms ausgezeichnet.
Gemeinsam mit Fachleuten wurden betriebliche Handlungsfelder unter anderem in den Bereichen Energie, Wasser, Wärme, Mobilität, Abfall und Ressourceneinsatz betrachtet. Daraus wurden konkrete Maßnahmen für unseren Standort entwickelt und umgesetzt.
Dazu zählen beispielsweise:
* der Betrieb der Photovoltaikanlage,
* der Austausch von Leuchtmitteln,
* wassersparende Armaturen,
* die Reduzierung unnötiger Stand-by-Zeiten,
* die Bündelung geeigneter Bestellungen und Fahrten,
* Maßnahmen zur besseren Materialausnutzung,
* die Wiederverwendung geeigneter Verpackungs- und Füllmaterialien,
* die getrennte Erfassung bestimmter Abfälle.
Die Teilnahme an ÖKOPROFIT bedeutet nicht, dass sämtliche Tätigkeiten oder Produkte von DDH als umweltfreundlich oder klimafreundlich zertifiziert sind. Sie dokumentiert die Teilnahme am Programm und die im jeweiligen Rahmen betrachteten Maßnahmen.
Auch beim Versand genau hinschauen
Der Versand von Druckprodukten verursacht Transportemissionen. Diese werden nicht dadurch vermieden, dass an anderer Stelle Klimaschutzprojekte finanziert oder Emissionsgutschriften erworben werden.
Wir bezeichnen Sendungen deshalb nicht als klimaneutral, CO₂-neutral oder emissionsfrei, wenn sich eine solche Aussage ausschließlich auf eine Kompensation stützt.
Stattdessen prüfen wir praktische Möglichkeiten, die wir unmittelbar beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise:
* bedarfsgerechte Verpackungsgrößen,
* Bündelung geeigneter Lieferungen,
* Vermeidung unnötiger Einzelsendungen,
* abgestimmte Lieferintervalle,
* Wiederverwendung geeigneter Verpackungsmaterialien,
* Auswahl einer zum Auftrag passenden Versandart.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von Produkt, Menge, Zielort, Lieferzeit und Schutzbedarf ab.
Keine perfekte Lösung – aber nachvollziehbare Schritte
Druck und Nachhaltigkeit lassen sich nicht mit einem einzelnen Siegel, Material oder Schlagwort abschließend bewerten. Dafür sind Produkte, Produktionswege und Einsatzzwecke zu unterschiedlich.
Unser Ansatz bei DDH ist deshalb konkret und nachvollziehbar:
1. Bedarf und Kommunikationsziel klären,
2. Auflage und Format sinnvoll planen,
3. geeignete Materialien auswählen,
4. vermeidbare Produktionsschritte reduzieren,
5. vorhandene Zertifizierungen korrekt anwenden,
6. Aussagen durch aktuelle Nachweise belegen,
7. Maßnahmen regelmäßig überprüfen und weiterentwickeln.
Wir versprechen nicht, dass jedes Druckprodukt automatisch nachhaltig ist. Wir zeigen stattdessen transparent, welche Eigenschaften und Maßnahmen für einen konkreten Auftrag relevant sind und welche davon dokumentiert werden können.
Nachhaltigkeitskommunikation braucht belastbare Fakten
Unternehmen möchten zunehmend zeigen, wie sie Umwelt- und Nachhaltigkeitsanforderungen berücksichtigen. Dabei reicht es nicht, ein Produkt pauschal als „grün“, „umweltfreundlich“ oder „klimaneutral“ zu bezeichnen.
Eine glaubwürdige Kommunikation nennt stattdessen konkret:
* welches Produkt oder Material gemeint ist,
* welche Eigenschaft nachgewiesen wurde,
* für welchen Zeitraum die Aussage gilt,
* wer den Nachweis ausgestellt hat,
* welche Grenzen die Aussage besitzt.
Genau dabei unterstützen wir unsere Kunden: von der passenden Materialauswahl über die korrekte FSC®-Abwicklung bis zur nachvollziehbaren Formulierung produktbezogener Aussagen.
Fazit: Konkrete Entscheidungen statt grüner Schlagworte
Druckprodukte benötigen Ressourcen. Gleichzeitig lassen sich viele Entscheidungen bewusster, bedarfsgerechter und nachvollziehbarer treffen.
Ein sinnvoll geplantes Format, eine realistische Auflage, geeignete Materialien, eine saubere Dokumentation und eine zielgerichtete Gestaltung können dabei helfen, vermeidbaren Materialeinsatz und unnötige Überproduktion zu reduzieren.
Unser Anspruch ist deshalb nicht, pauschal den „nachhaltigen Druck“ zu versprechen. Unser Anspruch ist, gemeinsam mit unseren Kunden die für den jeweiligen Auftrag geeigneten Maßnahmen zu identifizieren, transparent zu dokumentieren und verständlich zu kommunizieren.
Sie planen ein Druckprojekt und möchten Material, Auflage, Verarbeitung und Kennzeichnung von Anfang an sinnvoll abstimmen? Sprechen Sie uns gerne an. Wir prüfen gemeinsam, welche Möglichkeiten für Ihren konkreten Auftrag geeignet und belegbar sind.
Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen und sich bei Unsicherheiten beraten zu lassen.
Zum Podcast PRINTSPIRATION:





0 Kommentare