Sie kennen das: Ausgerechnet dann, wenn die Auftragsbücher voll sind und die Feiertage näher rücken, streikt die Technik. Genau das ist uns passiert – mitten im Weihnachtsgeschäft, mitten in der Heißfolienveredelung. Eine Walze unserer noch recht neuen Maschine löste sich auf, die Reparatur schien greifbar nah, der Ersatz war organisiert – und dann kippte alles wortwörtlich um.
Die Maschine trat die Heimreise an. Was als Routine-Rücktransport kommuniziert wurde, endete als Totalschaden: verbeulte Verkleidungen, herausgebrochene Lager, verbogene Achsen, ein abgerissenes Einstellrad. 300 Kilo Präzisionstechnik, offenbar ohne Palette transportiert – und offensichtlich umgekippt. Als die Spedition lieferte, fiel uns die Bescherung buchstäblich entgegen.
Was das mit Ihren Nerven macht, wissen Sie. Aber danach zählt, was Sie tun.
Unser Notfallplan im echten Katastrophenfall
– Sofortige Dokumentation: Fotos, Videos, Zustandsprotokoll – gemeinsam mit dem Fahrer. Jede Delle, jedes gelöste Teil.
– Meldung an alle Stellen: Spedition, Versicherung, Lieferant, Hersteller. Keine Schuldzuweisungen, sondern klare Fakten.
– Kundenkommunikation: Offen, frühzeitig, mit konkreten Alternativen statt vagen Versprechen.
– Plan B und C aktivieren: Netzwerk an Partnerdruckereien anrufen, Produktionswege abstimmen, Angebote einholen – auch über Bundesländer hinweg.
– Priorisieren: Was können wir ohne Heißfolie produzieren (z. B. Gold/Silber über Druck), welche Aufträge lassen sich verlagern, was braucht Freigaben?
– Puffer klug nutzen: Terminverschiebungen transparent erklären und Teil-Lieferungen ermöglichen.
Warum uns das den Rücken rettete
Unsere Heißfolienveredelung ist ein Hingucker – besonders zu Weihnachten. Doch das Publikum interessiert am Ende das Ergebnis und der Termin. Durch ein belastbares Netzwerk und klare Prozesse konnten wir die wichtigsten Aufträge umleiten und Alternativen anbieten. Das ist nicht ideal, aber professionell. Und: Es hält Beziehungen intakt.
Lernkurve für die Zukunft
– Verpackung und Transport: Große, kopflastige Maschinen nur auf geprüfter Palette, mehrpunktfixiert, mit Sturz- und Kippsensoren versehen. Ohne Kompromisse.
– SLA mit Speditionen: Schriftlich fixierte Standards, Zustandskontrolle bei Abholung/Anlieferung, Meldepflicht bei Vorfällen.
– Versicherungsweg abkürzen: Standardisierte Schadens-Checkliste, feste Ansprechpartner, vorbereitete Beweisführung.
– Redundanz denken: Kritische Veredelungsschritte mit mindestens einem externen Backup-Partner absichern.
– Erwartungsmanagement: In Peak-Zeiten immer eine kommunikative „Notspur“ für Kunden bereit halten – mit Alternativmaterialien und -effekten.
Was Sie daraus mitnehmen können Maschinenausfälle passieren – vor allem, wo viel gearbeitet wird. Entscheidend sind Ihr Notfallplan, die Qualität Ihrer Dokumentation und die Stärke Ihres Netzwerks. Wer in ruhigen Zeiten Strukturen baut, hat in lauten Zeiten Handlungsspielraum.
Und wenn gar nichts mehr geht? Dann liefern Sie, was geht – ehrlich, sauber kommuniziert und mit Blick auf das, was Ihren Kunden wirklich wichtig ist.
Haben Sie ähnliche Schäden erlebt – etwa einen Speditionsschaden oder Maschinenausfall? Wie sichern Sie Ihre Produktion in Spitzenzeiten ab? Teilen Sie Ihre Erfahrungen – Ihr Tipp könnte jemandem den Weihnachtsfrieden retten.






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