+49 2103 28895-0 info@ddh-hilden.de

Die perfekte Maschine gibt es nicht – nur die, die zu Ihnen passt

Feb. 15, 2026 | Digitaldruck, Papier

Es begann mit einer DC12, die zwölf Seiten pro Minute schaffte. In Schwarz. Manchmal ein farbiges Deckblatt – mehr nicht. Die Daten kamen abends, die Lieferung musste am nächsten Morgen raus. Also lag die Styropormatratze neben der Maschine, und alle 90 Minuten wurde Papier nachgelegt. Zwei Nächte pro Woche, ein halbes Jahr lang. Nicht, weil wir Romantik für Nachtschichten verspürten, sondern weil Liefertermine in einer Produktionsdruckerei keine Meinung sind, sondern Verpflichtung.

Mit jeder neuen Investition wuchs nicht nur der Maschinenpark, sondern auch die Erkenntnis: Die perfekte Druckmaschine gibt es nicht. Es gibt nur die, die zu Ihrem Auftragsvolumen, Ihren Materialien, Ihren Kunden und Ihren Margen passt.

Von speckig zu stabil: ein Maschinenpark auf Bewährungsprobe

Die frühen Farbsysteme waren ein Kompromiss: ein bisschen Office, ein bisschen Produktion. Registerhaltigkeit? Naja. Farbstabilität über Wochen? Glückssache. Dazu kam die Ölfixierung – solide, aber mit dem typischen Glanz. Parallel lief im Schwarz-Weiß-Bereich eine Hochleistungsmaschine (135+ Seiten/Min.), damals unverzichtbar für hohe Volumina.

Mit der DC7000 und später der DC8000 wurde es besser: 70/80 Seiten/Min., ordentliche Druckqualität. Doch die Realität im Produktionsalltag zeigte ein anderes Nadelöhr: Die avisierten Maschinenkapazitäten sind Theorie – das echte Output-Volumen ist das, was nach Störungen übrigbleibt. Also arbeiteten wir mit zwei Farbsystemen parallel, um Ausfälle abzufedern. Verlässlich, aber teuer.

Die Wende brachten EA- und EA-HD-Toner: matteres, sauberes Druckbild, bessere Registerhaltigkeit, interne Kalibrierung. Mit der Color Press 1000 kam Tempo (100 Seiten/Min.) – und eine Idee, die alles veränderte.

Der Schritt nach vorn: Sonderfarben und echte Differenzierung

Sonderfarben in der Produktion – erst als Overlay, später mit Underlay & Overlay: Silber, Gold, Weiß, Effektlack. Anfangs mit Kinderkrankheiten (bis hin zur Steckerfolie beim Aufbau), am Ende mit Lerneffekt: Technikkenntnis bis in die Tiefe und ein Portfolio, das sich abhebt.

Der Moment, der im Gedächtnis blieb: Metallic-Effekte aus CMYK + Silber, zuerst zufällig entdeckt, dann reproduzierbar – und plötzlich hatten wir für Branchen wie Metallverarbeitung ein visuelles Argument, das auf Anhieb überzeugt. Heute produzieren wir mit zwei Xerox Iridesse Systemen äußerst stabil und nutzen Doppelweiß für maximale Brillanz auf farbigen Papieren.

Warum Toner weiterhin Sinn macht

Sie drucken personalisiert, in mittleren Auflagen und auf sehr unterschiedlichen Materialien? Dann spricht viel für Toner-basierte Digitaldrucksysteme: 

– Materialvielfalt: Feinpapier, Karton, gerippte und geprägte Papiere, Bilderdruck – mit sauberem Anlegen und hoher Registerhaltigkeit.
– Grammaturen: heute deutlich breiterer Bereich, zuverlässig verarbeitet.
– Personalisierung: kurze Rüstzeiten, hohe Flexibilität.
– Betriebsrealität: Eine Maschine, die auch mal stehen darf, ohne „einzufrieren“.

Andere digitale Verfahren haben ihre Stärken – aber nicht jede Technologie passt zu jedem Auftragsmix, jeder Halle und jedem Bodentragwerk. Dazu kommen einfache, aber entscheidende Faktoren: Stellfläche, Gewicht, Zugänglichkeit, Energie, Serviceabdeckung.

Kaufen, leasen, absichern: Entscheidungen abseits des Druckbilds

Früher kauften wir, heute leasen wir. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil Liquidität, Lebenszyklus und Innovationssprünge das sinnvoll machen. Wichtig ist außerdem Redundanz – eine Ausweichmaschine rettet Liefertermine und Nerven. Wartungsverträge? Lieber eine Nummer zu viel als zu wenig, auch wenn die aktuellen Systeme stabiler denn je laufen.

Schwarz-Weiß? Heute drucken die Farbsysteme das mit. Technisch wurden Only-Black-Modi und mitlaufende Komponenten so verbessert, dass es wirtschaftlich Sinn ergibt – vor allem, weil farbige Anleitungen, Mailings und Broschüren heute Standard sind.

Was die nächste Investition bestimmen wird

Unsere aktuellen Verträge laufen bald aus. Alle Hersteller sind technisch nah beieinander; manche Systeme gleichen sich bis aufs Chassis. Umso wichtiger sind klare Kriterien: 

– Welche Sonderfarben (Weiß, Gold, Silber, Lack) brauchen Sie wirklich?
– Welche Auflagen dominieren: 100 – 1.000 oder 10.000+?
– Welche Materialien müssen sicher laufen?
– Wie kritisch ist Farbstabilität über Zeit und beim Nachdruck?
– Wie wichtig ist Personalisierung im Tagesgeschäft?
– Welche Serviceverfügbarkeit ist realistisch?
– Passt die Maschine in die Halle – physisch und logistisch?

Am Ende zählen nicht Benchmarks, sondern Ihr Alltag. Und der ist so individuell wie Ihr Kundenstamm.

Fazit: Besser passend als perfekt

Die perfekte Druckmaschine existiert nicht. Es gibt nur Systeme, die Ihre Anforderungen heute und morgen am zuverlässigsten treffen: in Qualität, Zeit, Kosten und Möglichkeiten zur Differenzierung. Unser Weg führte von Nachtschichten neben einer DC12 zu stabilen Toner-Produktionsmaschinen mit Sonderfarben, Metallic-Effekten und hoher Farbstabilität. Und genau dort werden wir ansetzen, wenn wir die nächste große Entscheidung treffen.

Wenn Sie spezifische Anforderungen haben – besondere Materialien, außergewöhnliche Effekte oder personalisierte Kampagnen – sagen Sie uns Bescheid. 

Zum Podcast PRINTSPIRATION:

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert