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Ihre Kampagne sieht gut aus; aber funktioniert sie auch?

Aug. 19, 2026 | Marketing, Nachhaltigkeit, Unternehmertum

Stellen Sie sich vor: Sie investieren Wochen in eine Kampagne. Das Design ist sauber, der Text sitzt, die Broschüre ist gedruckt. Und dann? Nichts Messbares. Kein Anruf. Keine Anfrage. Kein Ergebnis – zumindest kein nachweisbares.

Das Problem liegt selten am Design.

Schöne Werbung ist keine Strategie

Viele Unternehmen starten eine Kampagne mit der Frage: „Wie soll das aussehen?“ Die entscheidende Frage wird dabei übersprungen: „Was soll der Kunde eigentlich tun?“

Felix Fuchs und Birgit Hermes bringen es in ihrer Podcast-Episode direkt auf den Punkt: Eine Kampagne beginnt nicht mit gutem Design – sie beginnt damit, dass Sie vorher festlegen, was passieren soll.

Ohne diese Grundlage lässt sich hinterher weder Erfolg noch Misserfolg erkennen. Und wer nicht weiß, was er messen soll, misst am Ende gar nichts.

Ein Negativbeispiel, das leider kein Einzelfall ist

Im Podcast zeigen die beiden ein konkretes Beispiel: eine mehrseitige Schulungsbroschüre. Aufwendig gestaltet, inhaltlich durchdacht – bis zur letzten Seite.

Dort steht: „Ihre Ansprechpartner. Sprechen Sie uns an.“

Zwei Fotos. Drei Namen. Keine Telefonnummer. Keine E-Mail-Adresse. Die Seite ist zur Hälfte leer.

Wer soll sich davon angesprochen fühlen? Wer soll handeln – und wie? Der Wille zur Handlungsaufforderung ist da, aber die Umsetzung fehlt vollständig. Und solche Fehler kosten nicht nur Aufmerksamkeit, sondern bares Geld.

Kennzahlen statt Kaffeesatz

Die Lösung ist keine Raketenwissenschaft: Legen Sie vor dem Start fest, woran Sie den Erfolg messen.

Nicht: „Es wäre schön, wenn sich jemand meldet.“
Sondern: „10% der angeschriebenen Kunden sollen bis Ende des Jahres ein Angebot anfordern.“

Genau das haben wir bei DDH bei einem eigenen Mailing gemacht. Die Zielgruppe: sogenannte „schlafende Hunde“ – Bestandskunden, die schon länger nichts mehr gekauft hatten. Das Ziel war klar definiert. Der Ausgangswert: eine branchenübliche Conversionrate von 5%. Das eigene Ziel: 10%.

Ergebnis: Ziel erreicht.

Wie das Mailing aufgebaut war – und warum das kein Zufall ist

Der sechsseitige Folder folgte einer klaren Struktur:

  • Titelseite mit Blickführung: Menschen auf dem Cover, deren Blick den Leser durch das Heft führt
  • Zweiter Leseweg: Bestimmte Wörter sind fett hervorgehoben, damit sich der Inhalt auch beim Überfliegen erschließt
  • Trust-Elemente: Vier konkrete Gründe, warum Print wirkt – unterstützt durch Zahlen, weil die Zielgruppe datenaffin war
  • Case Studies: Kundenstimmen zu abgeschlossenen Projekten
  • Mehrwert: Fünf Tipps zu Printmedien – kostenfrei, ohne Gegenleistung. Reziprozität als Prinzip.
  • Klare Handlungsaufforderung: Anruf + QR-Code, visuell eingebettet in die Blickführung

Und der Auswertungszeitraum? August bis Jahresende. Weil Druckprodukte kein Spontankauf sind. Wer das ignoriert und nach zwei Wochen die Kampagne für gescheitert erklärt, bewertet an der falschen Stelle.

QR-Codes sind kein Selbstzweck

Ein weiteres Praxisbeispiel aus dem Podcast: eine Produktverpackung mit QR-Code, der auf eine Landingpage führt.

Das klingt simpel – ist aber ein wichtiger Schritt. Denn dahinter steckt Tracking. Wie viele Menschen haben den Code gescannt? Wie viele die Landingpage besucht? Hat jemand das Formular ausgefüllt?

Diese Zahlen sind nur dann sinnvoll, wenn die Landingpage auf das Kampagnenziel abgestimmt ist. Geht es um eine Produktanleitung? Um einen weiteren Kaufanreiz? Um einen Terminbuchungs-Link?

Das Design der Landingpage muss dieselbe Botschaft tragen wie das physische Produkt, das den Kunden dorthin geleitet hat.

Die Aufgabe, die sich lohnt

Holen Sie Ihre letzte Kampagne raus. Nicht die geplante – die letzte, die bereits gelaufen ist.

Und beantworten Sie drei Fragen

1. Wusste der Kunde sofort, was er tun soll?

2. Hatten Sie vorher eine konkrete Kennzahl, an der Sie den Erfolg messen?

3. Hat das Design die Botschaft unterstützt – oder hat es von ihr abgelenkt?

Wenn auch nur eine dieser Antworten „nein“ lautet, haben Sie bereits die wichtigste Stellschraube für die nächste Kampagne identifiziert.

Zum Podcast PRINTSPIRATION:

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