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Ihre beste Idee liegt in der Schublade – und das hat einen Grund

Aug. 12, 2026 | Marketing, Mediengestaltung

Sie kennen das Gefühl. Ein Gedanke schießt Ihnen durch den Kopf, Sie sagen sich: „Das müsste man mal angehen.“ Und dann passiert – nichts. Nicht weil die Idee schlecht war. Sondern weil der Dienstag danach wieder vollgepackt ist, der Mittwoch auch, und irgendwann haben Sie sich schon dreimal vorgenommen, das im nächsten Sommerloch anzugehen.

Felix und seine Geschäftspartnerin Birgit kennen das aus eigener Erfahrung. Im PRINTSPIRATION-Podcast sprechen sie offen über zwei Projekte, die genau diese Frage beantworten: Woran scheitert Umsetzung – und was braucht es, damit sie gelingt?

Ein Herzensprojekt, das in die Hose ging

Vizuri hieß das erste Projekt. Die Idee: individuelle Geschenke für Hochzeiten und Freundschaften – ein kleines Poster mit einer persönlichen Botschaft, kombiniert mit einer Figur in einem Holzrahmen. Entstanden aus einer Bastelarbeit, die Birgit für ihren Partner gemacht hatte. Schön, persönlich, durchdacht.

Sie bestellten Rahmen, Statuen, fotografierten zehn Varianten, richteten einen Etsy- und einen Amazon-FBA-Shop ein. Abends klebten sie Figuren mit Spezialkleber in Holzrahmen, packten alles sorgfältig ein, legten Blankoumschläge mit handgeschriebenen Karten dazu.

Das Problem: Zu wenige Bestellungen, um irgendetwas zu automatisieren. Zu viel Aufwand neben dem laufenden Tagesgeschäft. Irgendwann wurde die Reißleine gezogen.

War das ein Versagen? Nein. „Irgendwas bei so einer Idee, selbst wenn es dann nicht der Millionengau ist, bleibt immer und bringt dich immer weiter, wenn du sie umsetzt.“ Sie lernten Amazon FBA kennen, machten erste Erfahrungen mit Instagram, verstanden ihre Druckkunden besser. Nicht das geplante Ergebnis – aber echte Kompetenz.

Das Gegenteil: Nah am Kunden entwickeln

Der Customer Connector entstand anders. Nicht aus einer Idee, die im stillen Kämmerlein ausgearbeitet wurde, sondern aus einer Beobachtung: Bestandskunden werden in den meisten Unternehmen sträflich vernachlässigt. Neukundenakquise kostet ein Vielfaches – und die bestehenden Kunden, die eigentlich zu Stammkunden werden könnten, bleiben auf der Strecke.

Bevor auch nur ein Modul fertig war, führten die beiden rund 20 Interviews. Vom Handwerker bis zum Konzern. Jedes Gespräch mindestens eine Stunde. Und das Ergebnis war eindeutig: Das größte Problem in mittleren und größeren Unternehmen ist das gestörte Verhältnis zwischen Marketing und Vertrieb. Marketingteams entwickeln Maßnahmen, die der Vertrieb nie nutzt. Vertriebler klagen, Marketing denke nicht an den Kunden. Beide Seiten arbeiten aneinander vorbei.

Daraus wurde ein 12-wöchiges Programm mit Live-Calls, Modulen und direktem Umsetzungsplan.

Nicht warten, bis es perfekt ist

Der entscheidende Unterschied zum Vizuri-Projekt? Sie haben nicht gewartet. Statt das Programm fertig zu entwickeln und dann auf den Markt zu gehen, holten sie Pilotunternehmen an Bord. Modul für Modul wurde vorgestellt, diskutiert, überarbeitet. Das Feedback der Teilnehmer floss direkt in das nächste Kapitel ein.

Eine Teilnehmerin erkannte früh, dass sie zuerst die Grundlagen in Marketing und Vertrieb klären musste, bevor das Programm greifen konnte. Ein anderer Teilnehmer – erfahren, strukturiert, skeptisch, ob er noch etwas lernen würde – war am Ende überzeugt vom System. Nicht weil er vieles Neues lernte, sondern weil jemand von außen auf seine internen Strukturen schaute. Ein weiteres wichtigstes Ergebnis eines anderen Kunden: die Entscheidung, ein CRM-System einzuführen. Das allein hat sein Geschäft auf einen neuen Stand gebracht.

Was Umsetzung wirklich braucht

„Das Anfangen, Machen, Umsetzen – und dann auch was Gutes werden.“ Diese Aussage klingt einfach. In der Praxis ist sie es nicht.

Was die beiden gelernt haben:

Zeiten blocken wie einen echten Termin. Nicht „wenn Zeit ist“ – sondern fest im Kalender. Mit geschlossener Tür.

Verbindlichkeit von außen schaffen. Beim CustomerConnector musste zum nächsten Meeting immer das nächste Modul fertig sein. Das schafft Druck – den guten.

Umsetzung, nicht nur Konsum. Die Kurse, die den größten Effekt hatten, waren jene, in denen direkt angewendet wurde. Nicht die mit dem meisten Inhalt.

Gruppen-Feedback nutzen. In den Gruppencalls haben sich Teilnehmer aus völlig unterschiedlichen Branchen gegenseitig weitergebracht. Perspektive von außen ist Gold.

Wann man die Reißleine ziehen sollte

Es gibt keine Formel dafür. Felix beschreibt es mit einem Bild: Man sitzt im Tunnel, klopft gegen die Wand – und weiß nicht, ob dahinter der Schatz liegt oder eine Eisenplatte, die sich nie durchbohren lässt. Irgendwann muss man selbst entscheiden.

Bei Vizuri war die Entscheidung klar: Die Idee war nach wie vor gut. Aber nebenbei war sie nicht umsetzbar. Und das Kerngeschäft – die Druckerei zum Medienunternehmen weiterzuentwickeln – war sinnvoller.

Was half: Sie waren sich selbst gegenüber ehrlich. Nicht weil die Idee schlecht war, sondern weil der Kontext nicht passte.

 

 

Ideen sterben nicht in der Schublade, weil sie schlecht sind. Sie sterben, weil niemand ihnen Zeit gibt. Blocken Sie sich diese Zeit – und fangen Sie an, bevor alles perfekt ist.

Zum Podcast PRINTSPIRATION:

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